Gemartert

Wilhelm Busch: Gemartert

Gemartert ist ein bekanntes, humoristisch-satirisches Gedicht von Wilhelm Busch, das erstmals 1904 in seinem letzten Gedichtband “Zu guter Letzt” veröffentlicht wurde.
Das Werk personifiziert ein Klavier als leidendes Opfer, das von einem wilden, rücksichtslosen Klaviervirtuosen regelrecht gequält wird.

Ein gutes Tier
Ist das Klavier,
Still, friedlich und bescheiden,
Und muß dabei
Doch vielerlei
Erdulden und erleiden.

Der Virtuos
Stürzt darauf los
Mit hochgesträubter Mähne.
Er öffnet ihm
Voll Ungestüm
Den Leib, gleich der Hyäne.

Und rasend wild,
Das Herz erfüllt
Von mörderlicher Freude,
Durchwühlt er dann,
Soweit er kann,
Des Opfers Eingeweide.

Wie es da schrie,
Das arme Vieh,
Und unter Angstgewimmer
Bald hoch, bald tief
Um Hilfe rief
Vergess' ich nie und nimmer
Wilhelm Busch: Gemartert
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