“Die Gedanken sind frei”
Vertonung des Gedichts “Die Gedanken sind frei”. Die klassische Fassung des Textes wurde 1842 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Ernst Heinrich Leopold Richter 1842 veröffentlicht. Ein Gedicht, das die unantastbare Freiheit des menschlichen Geistes gegen jegliche äußere Unterdrückung besingt. Das Lied diente in Epochen politischer Repression als wichtiges Protest- und Widerstandslied. Während das Lied historisch den Schutz vor staatlicher Zensur und physischem Kerker feierte, wird die gedankliche Freiheit heute vor allem durch digitale Überwachung (fast schon lückenloses Tracking), künstliche Intelligenz und Datenmonopole herausgefordert.
Die Gedanken sind frei, Wer kann sie erraten, Sie fliegen vorbei Wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen Mit Pulver und Blei: Die Gedanken sind frei! Ich denke was ich will Und was mich beglücket, Doch alles in der Still', Und wie es sich schicket. Mein Wunsch, mein Begehren Kann niemand verwehren, Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei! Und sperrt man mich ein Im finsteren Kerker, Das alles sind rein Vergebliche Werke. Denn meine Gedanken Zerreißen die Schranken Und Mauern entzwei, Die Gedanken sind frei! Drum will ich auf immer Den Sorgen entsagen Und will mich auch nimmer Mit Grillen mehr plagen. Man kann ja im Herzen Stets lachen und scherzen Und denken dabei: Die Gedanken sind frei!
