Heinrich Heine: “Wo?”
Die Vertonung des Gedichts “Wo?” von Heinrich Heine. “Wo?” ist ein tief bewegendes, melancholisches Gedicht, welches während seiner letzten Lebensjahre, als er in Paris ans Bett gefesselt war entstand – in einer Zeit, die er selbst als sein “Matratzengrab” bezeichnete. Das Gedicht reflektiert über Vergänglichkeit, Exil und die letzte Ruhestätte eines müden Wanderers. Durch eine bewegende Fügung des Schicksals dient das Gedicht als Grabinschrift auf Heines tatsächlichem Grabstein auf dem Friedhof Montmartre in Paris.
Wo wird einst des Wandermüden letzte Ruhestätte sein? Unter Palmen in dem Süden? Unter Linden an dem Rhein? Werd ich wo in einer Wüste eingescharrt von fremder Hand? Oder ruh ich an der Küste eines Meeres in dem Sand? Immerhin! Mich wird umgeben Gotteshimmel, dort wie hier, Und als Totenlampen schweben nachts die Sterne über mir.
