Lampe und Spiegel

Joachim Ringelnatz: Lampe und Spiegel

Vertonung des Gedichts “Lampe und Spiegel” von Joachim Ringelnatz. “Lampe und Spiegel” ist ein humorvolles, satirisches Gedicht, das erstmals 1924 in seiner Sammlung Kuttel-Daddeldu veröffentlicht wurde. Das Werk ist eine Parabel über Streit, Stolz und die menschliche Neigung, die Schuld für das eigene Versagen auf unbeteiligte Dritte abzuwälzen.

"Sie faule, verbummelte Schlampe,"
Sagte der Spiegel zur Lampe.
"Sie altes, schmieriges Scherbenstück,"
Gab die Lampe dem Spiegel zurück.
Der Spiegel in seiner Erbitterung
Bekam einen ganz gewaltigen Sprung.
Der zornigen Lampe verging die Puste.
Sie fauchte, rauchte, schwelte und ruste.
Das Stubenmädchen ließ beide in Ruhe,
Und doch: 
Ihr schob man die Schuld in die Schuhe.
Joachim Ringelnatz: Lampe und Spiegel
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