Christian Morgenstern: “Der Lattenzaun”
Vertonung des Gedichts “Der Lattenzaun” von Christian Morgenstern. Christian Morgensterns bekanntes Nonsens-Gedicht aus den “Galgenliedern” (1905) macht das Nichts zum greifbaren Baustoff. In satirischer Weise lässt der Architekt nur die Pfosten zurück, woraufhin der Senat den ästhetisch unbefriedigenden Rest einzieht.
Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da - und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus. Der Zaun indessen stand ganz dumm mit Latten ohne was herum, ein Anblick gräßlich und gemein. Drum zog ihn der Senat auch ein. Der Architekt jedoch entfloh nach Afri - od - Ameriko.
